Bei einer Gärtnerei hängt im Büro eine Auswertung an der Pinnwand. Sie kommt jeden Monat per Mail von der Firma, die die Website betreut: Besucher im letzten Monat, Vergleich zum Vormonat, ein Balken pro Woche. Die Chefin druckt sie aus und heftet sie zu den elf davor. Im Mai waren es sechshundert Besucher, im November zweihundert. Sie schaut hin, nickt und weiß danach so wenig wie vorher: Bringt das Geld etwas, das sie ausgibt, damit man sie findet? Website, Eintrag im Branchenverzeichnis, Anzeige im Gemeindeblatt, Verbandsbeitrag – im Jahr läuft da einiges zusammen. Das liegt nicht an ihr. Die Auswertung kann diese Frage gar nicht beantworten. An Auswertungen wie dieser verdienen wir übrigens mit. Die Methode hier kostet nichts und läuft ohne uns. An der Pinnwand hängt die falsche Zahl Die Auswertung zählt, wie oft die Seite geöffnet wurde. Das kann sie gut. Was darin nicht steht, ist das Wichtigere: warum der Besucher überhaupt gekommen ist. Ob ihn die Nachbarin geschick...
In den nächsten Wochen klingelt vermutlich das Telefon. Der Kassier vom Sportverein, einer von der Feuerwehr, jemand vom Komitee fürs Dorffest. Neue Saison, gleiche Frage: Bist du wieder dabei? Du bist wieder dabei. Wie jedes Jahr. Und wie jedes Jahr redet ihr zwei Minuten über den Betrag und keine Sekunde darüber, was du dafür bekommst. Denn du zahlst da für etwas, das im Netz gar nicht stattfindet – weil nie jemand gesagt hat, wo dein Name stehen soll. Dein Logo hängt am Plakat. Und dann? Stell dir einen Elektriker vor, achtes Jahr Trikotsponsor beim Verein im Dorf. Sagen wir fünfhundert Euro im Jahr. Sein Sohn spielt dort, sein Vater hat schon gezahlt, die Frage stellt sich für ihn gar nicht. Er macht das auch nicht, damit was zurückkommt. Er macht es, weil es sein Dorf ist. Das ist ein guter Grund, und der bleibt auch stehen. Trotzdem: Schau mit ihm mit. Er öffnet die Vereinsseite und klickt auf „Sponsoren“. Da liegen sie, ordentlich nebeneinander, lauter Logos. Seine...